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Marceline Berchtold

11. Juni bis 10. Juli 2005


Noch gehört die Tracht ins gewohnte Dorfbild von Visperterminen (VS). Die Textildesignerin Marceline Berchtold ist hier aufgewachsen und erlebte es als ganz selbstverständlich, dass traditionelle Kleidung und moderne Outfits nebeneinander getragen werden. Die Tracht ist für sie weder Folklore noch Nostalgie, sondern eine kraftvolle Quelle, aus der sie Neues schöpft. Zwei Teile – Schürze und Kopftuch – hat Marceline Berchtold aus dem traditionellen Kontext befreit und ihre Bedeutung und Verwendbarkeit erweitert. Mit grosser formaler Gestaltungskraft, im Spiel mit Formen und Farben, entwickelte sie „foscher“, ein Schürzenkleid, und „kopfhandstess“:
Ärmlinge mit einem schalähnlichen Verbindungsstück, das sich als Kopftuch verwenden lässt. Am Designwettbewerb 2004 erhielt sie für die Kollektion „foscher“ einen Preis.

Marceline Berchtold entwirft ihre Stoffe selber, bestickt sie, gestaltet sie mit Zierstichen oder lässt sie nach ihren Anweisungen bedrucken. Der einfache Schnitt, die sensible Verarbeitung und der Einsatz verschiedener textiler Techniken sind Elemente, die auch die Tracht zum Gesamtkunstwerk verschränkt. So erarbeitet sie ein Design, das eine wunderbare Reminiszenz zur Walliser Herkunft darstellt.

Immer wieder befasst sich Marceline Berchtold mit dem Wickel: Die kopfhandstess lassen sich auf verschiedene Arten um den Körper schlingen, Wickeljupes ergänzen Wickeloberteile. Kontinuierlich erarbeitet die Designerin ein Stück aus dem anderen.
Marceline Berchtold entwirft nicht Produkt-bezogen, sondern geht künstlerisch an ihr Werk heran. Indem sie unbekümmert mit den Materialien spielt, es malerisch oder plastisch behandelt, erarbeitet sie Unikate für Frauen, die ein zeitloses Design schätzen und Freude daran haben, mit Körper und Kleid zu spielen.

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