Gefrorenes Kleid


Sara Ineichen

27. Januar bis 19. Februar 2005


Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde die Tracht durch strenge Regelungen in ihrer Form konserviert – „eingefroren“. Sara Ineichen taut die alten Stilmittel wieder auf und transformiert sie in Kleiderstoffe für moderne Stadtmenschen.

Die Tracht ist so vorbelastet, dass es nicht leicht fällt, ihr unvoreingenommen zu begegnen. Sara Ineichen geht mit den alten Traditionen sehr einfühlsam um. Es gefällt ihr, dass eine Tracht neben der edlen Ausstrahlung immer auch einfach und bodenständig wirkt. Diese Gegensätze, aber auch die Vielfalt von Materialien und Formen kombiniert die Designerin zu verblüffenden neuen Mustern und Strukturen.

In der Tracht werden verschiedene textile Techniken zu einem Gesamtkunstwerk verschränkt. Sara Ineichen spiegelt dies in ihren Arbeiten. Sie bereichert die alten mit neuen technischen Möglichkeiten und fügt auch moderne Materialien hinzu. So wie die Bäuerinnen vor 200 Jahren das eine oder andere Detail der städtischen Mode kopierten und in die eigene Kleidung integrierten, lässt sich auch Sara Ineichen zu Neuem inspirieren.

So sind vier Kollektionen entstanden, die es dem Betrachter erlauben, mit dem Blick auf die Tradition Neues zu entdecken. Das Projekt war Sara Ineichens Diplomarbeit an der HGK Luzern.