Collection d'une rencontre: Où tu vas comme ça?


BOYCOTLETTES

Donnerstag, 7. Juni - Samstag, 30 Juni 2007

Drei Monate lang waren BOYCOTLETTES mit einem Reisestipendium in Westafrika unterwegs und sammelten. Sie besuchten Stoffmärkte, eine Batikfabrik in Mali und eine Siebdruckerei in Gambia oder verhandelten mit senegalesischen Schneidern um Preise.

Das afrikanische Kleidsystem ist sehr einfach; man kauft immer drei Paignes, was soviel bedeutet wie „drei Rocklängen“. Mit drei Paignes kann man immer genau ein Oberteil, ein Unterteil und ein Kopftuch nähen. Der Couturier Cheik Umar sagte, wenn man so nähen wolle wie er, müsse man zuerst zwei Jahre lang nur zusehen und danach folgten drei Jahre Praxis. So lange konnten BOYCOTLETTES nicht bleiben.

Zurück in Basel arbeiten BOYCOTLETTES an der Streetkollektion, die jetzt bei tuchinform zu sehen ist. Sie färbten, bleichten, druckten, nähten, plotteten, zerschnitten und verarbeiteten so die Eindrücke aus Afrika.

Textilien und Kleider gibt es in der Schweiz genug; also kaufen BOYCOTLETTES Kleinserien auf, receyceln sie und sind somit eine Art Katalysator. Obwohl in Europa der Receycling-Gedanke nun schon seit etwa zwei Jahrzehnten erwacht ist, hat er im Modebereich bisher erstaunlicherweise noch wenig Fuss gefasst. BOYCOTLETTES machen vor, dass es auch anders geht.

Transformation ist das Arbeitsprinzip, dem kaum jemand so mutig nachlebt, wie dieses Label. Genauso, wie sie den Stoffen ein zweites Leben geben, betreiben BOYCOTLETTES auch mit gefundenen Mustern und Alloverprinting eine Art „ikonographisches Receycling.“ Alltagstaugliche Schnitte mit eklektischem Farbenmix – selten wirkt Mode so unkompliziert, fröhlich und frisch.

BOYCOTLETTES existieren seit dem Jahr 2000 und produzieren jährlich zwei Kollektionen für Frauen, Männer und Kinder. Eine Kollektion besteht aus ca. 700 seriell produzierten Unikaten und wird inklusive Handsiebdruck in der Schweiz hergestellt.