Faser um Faser


Dora Hofer: Faser um Faser

23. Oktober bis 15. November 2008

Nicht schwer, sondern federleicht, nicht dicht, sondern durchscheinend: Der archaische Filz erscheint bei Dora Hofer sensibel, filigran, zart wie Spitze. Fasziniert von geometrischen Strukturen und der floralen Formenwelt hat die Gestalterin eine ganz eigene Ästhetik geschaffen. Die traditionelle Technik des Filzens ermöglicht es ihr, auf elementare Weise verfilzbare Materialien wie Fasern, Garne, leichte Seiden in unendlich vielen Konstellationen miteinander zu verbinden.

Grundsätzliches Gestaltungselement ist die Linie. Dora Hofer schneidet ihre Motive nicht aus, sondern legt sie in schmalen Wollstreifen auf, als würde sie mit dem Stift zeichnen. asanoha, das traditionelle japanische Motiv, ist wie geschaffen für diese Technik. Schon lange Element in ihrem Schaffen, verwendet die Gestalterin es nun als Grundlage für ihre textile Forschungsarbeit, in der sie Linien und Zwischenräume, Geometrie und Machbarkeit in und an der Fläche auslotet.

Das Muster vergrössern oder verkleinern – die Linien verbreitern oder schmäler zeichnen – verdichten, auflösen – Knotenpunkte herausheben – Farben und Materialien kombinieren – textile Techniken wie Stickerei und Druck in einen neuen Kontext stellen: In diesem textilen Universum wirkt die Gestalterin als Schaltstelle, an der sich die Fülle neu formiert.

Mit asanoha hat Dora Hofer eine exklusive Stoffkollektion entwickelt. Sie gestaltet tuchinform zum Showroom, in dem die Stoffcoupons als Rauminstallation montiert dazu einladen, sich von einer textilen Welt bezaubern zu lassen.

Auf dem Boden begegnet die Besucherin noch einmal dem japanischen Motiv in einer anderen Materialität – dem ornamentalen Ausdruck einer Blüte oder eines Blattes, das Dora Hofer in einer wunderbaren textilen Sinnlichkeit und zarten Üppigkeit zu zelebrieren weiss.

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